Wissen – Notbeleuchtung und Betreiberpflichten

Notbeleuchtung prüfen und Betreiberpflichten erfüllen

Sicherheitsbeleuchtung muss verfügbar sein, wenn die Allgemeinbeleuchtung ausfällt. Damit sie diese Aufgabe zuverlässig erfüllen kann, braucht es ein abgestimmtes Konzept für Prüfung, Wartung und Dokumentation. Automatische Tests und eine zentrale Überwachung können dabei helfen, den Anlagenzustand im Blick zu behalten.

Gerade bei vielen Einzelbatterieleuchten stellt sich die Frage, wie Prüfergebnisse ausgewertet und Fehler zuverlässig bis zur Behebung verfolgt werden. Eine vernetzte Lösung kann diesen Ablauf unterstützen.
Einordnung

Wann Sicherheitsbeleuchtung erforderlich ist

Notbeleuchtung ist der Oberbegriff für Beleuchtung bei Ausfall der allgemeinen Stromversorgung. Die Sicherheitsbeleuchtung dient unter anderem der sicheren Orientierung und dem Verlassen von Bereichen. Ob und in welchem Umfang sie erforderlich ist, hängt von Nutzung, Gefährdungsbeurteilung sowie bau- und arbeitsrechtlichen Vorgaben ab.

§ 4 Absatz 3 ArbStättV verpflichtet Arbeitgeber, Sicherheitsbeleuchtung instand zu halten und regelmäßig auf ihre Funktion prüfen zu lassen. Die ASR A2.3 konkretisiert Anforderungen für Fluchtwege und Notausgänge; die ASR A3.4 behandelt unter anderem Sicherheitsbeleuchtung für gefährdete Tätigkeiten und Bereiche.

Die konkrete Auslegung und die anzuwendenden Prüfregeln werden fachlich für die Anlage bestimmt. Zu berücksichtigen sind insbesondere das Brandschutzkonzept, Herstellerangaben und die einschlägigen Normen.

Einzelbatterieleuchten lokal oder zentral überwachen

Bei Einzelbatterieleuchten besitzt jede Leuchte eine eigene Energiequelle. Ein automatischer Selbsttest kann bestimmte Funktions- und Batterietests durchführen. Bei rein lokaler Anzeige müssen die Ergebnisse jedoch vor Ort kontrolliert und in den Dokumentationsprozess übernommen werden.
Eine geeignete Funkvernetzung kann den Status mehrerer Leuchten zentral zusammenführen. Abhängig vom System lassen sich Prüfungen planen, Fehler zuordnen und Berichte exportieren. Welche Funktionen verfügbar sind, muss anhand der eingesetzten Komponenten und Software geklärt werden.
Aufgabe
Lokaler Selbsttest
Vernetzte Überwachung
Statuskontrolle
Anzeige an der jeweiligen Leuchte prüfen
Ergebnisse zentral auswerten, soweit unterstützt
Fehlerzuordnung
Leuchte vor Ort identifizieren
Meldung einer dokumentierten Leuchten-ID zuordnen
Dokumentation
Ergebnisse in das Prüfbuch übernehmen
Elektronische Berichte mit Wartungsmaßnahmen ergänzen
Installation
Versorgung und dezentrale Batterie
Zusätzlich Kommunikation, Abdeckung und gegebenenfalls Gateway planen
Automatisierung

Was automatische Tests leisten und was vor Ort bleibt

Automatisierung kann wiederkehrende Testabläufe und die Erfassung ihrer Ergebnisse vereinfachen. Ob ein Rettungszeichen verdeckt, eine Leuchte beschädigt oder ein Fluchtweg verändert wurde, muss weiterhin vor Ort beurteilt werden.

Auch eine Fehlermeldung behebt keinen Defekt. Deshalb braucht jede Anlage einen festgelegten Prozess: Wer bewertet die Meldung, wer organisiert die Reparatur und wer dokumentiert die abschließende Prüfung? Bei unmittelbarer erheblicher Gefahr müssen erforderliche Schutzmaßnahmen unverzüglich erfolgen.

Welche Angaben in den Prüfprozess gehören

Anlagenverzeichnis mit Leuchten-ID, Standort, Funktion und Zuordnung zum Plan.

Prüfplan mit Prüfart, Intervall, Zeitfenster und verantwortlicher Person.

Ergebnisse sowie festgestellte Fehler und deren Bewertung.

Durchgeführte Reparaturen, Batteriewechsel und erforderliche Wiederholungsprüfungen.

Dokumentation der Sichtkontrollen und relevanter Anlagenänderungen.

Sicherer Zugriff auf Berichte sowie ein festgelegter Export- und Aufbewahrungsprozess.

Prüfung

Prüftermine und Ausfallverhalten mitplanen

Tests der Bemessungsbetriebsdauer beanspruchen die Batteriereserve. Der Prüfplan muss daher Betriebszeiten und die anschließende Wiederaufladung berücksichtigen. Welche Intervalle und Verfahren gelten, ergibt sich aus den für die Anlage maßgeblichen Anforderungen.

Bei einer vernetzten Lösung ist außerdem zu klären, wie Kommunikationsfehler gemeldet werden und welche Funktionen bei Ausfall von Gateway, Netzwerk oder Cloud weiterlaufen. Die sicherheitsrelevante Funktion muss im dafür vorgesehenen Betriebskonzept gewährleistet sein.
Häufige Fragen zur Notbeleuchtung
Ersetzt ein Selbsttest alle manuellen Kontrollen?
Nein. Sichtkontrollen, Wartung und Fehlerbehebung bleiben erforderlich. Auch automatisch erzeugte Berichte müssen von den zuständigen Personen ausgewertet werden.
Benötigt eine Funklösung keine Verkabelung?
Funk kann zusätzliche Datenleitungen zwischen den Teilnehmern vermeiden. Die erforderliche Stromversorgung bleibt bestehen. Weitere Anforderungen ergeben sich aus System und Gebäude.
Sind Prüffristen für jede Anlage gleich?
Nein. Prüfintervalle und Prüfumfang müssen anhand des anwendbaren Regelwerks, der Nutzung und der Herstellerangaben festgelegt werden. Eine pauschale Marketingangabe reicht dafür nicht aus.
Ist ein digitales Prüfbuch möglich?
Elektronische Dokumentation kann den Nachweis unterstützen. Dafür müssen Vollständigkeit, Nachvollziehbarkeit, Verfügbarkeit und die für die Anlage geltenden Anforderungen sichergestellt sein.
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Überwachung und Wartung besser aufeinander abstimmen

welight intelligent unterstützt Sie dabei, die Einbindung geeigneter Notlichtkomponenten in das Lichtmanagement zu prüfen. Ausgangspunkt sind der Bestand, die benötigten Überwachungsfunktionen und ein klarer Prozess für Prüfung und Fehlerbehebung.
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